Artenvielfalt durch
extensive Nutzung |
Für den Hochwasserschutz wurden viele Fließgewässer in ein Korsett aus Dämmen gezwängt. Dadurch wurden aus viel- fältigen Lebensräumen monotone Kanäle. Aber selbst künst- liche Standorte wie Dämme können sich zu interessanten Lebensräumen entwickeln, wenn sie extensiv genutzt, d.h. nicht gedüngt werden. In diesen Magerwiesen lebt eine erstaunliche Fülle verschiedenster Blumen und Kleintiere. Wertvolle Lebensräume finden sich auch auf den Hochwasser- schutzdämmen des Alpenrheins.
Ein angenehmer Nebeneffekt: Ungedüngte Dämme brauchen nicht nur weniger Pflege, sondern sind auch besser durch- wurzelt und daher stabiler. Die Auswirkungen von Bewirt- schaftungsintensität und Nährstoffhaushalt auf Grasnarben- dichte, Durchwurzelung, Scherfestigkeit und Böschungsstab- ilität der Hochwasserschutzdämme wurden im Auftrag der Internationalen
Rheinregulierung untersucht. Unterschiede im Bodenaufbau, Nährstoffhaushalt und der Schnitthäufigkeit beeinflussen Artenbestand, Durch- wurzelungsintensität und Narbendichte. Ideal ist eine artenreiche Wiesenvegetation, die - je nach Nährstoffversorgung – ein- bis zweimal jährlich gemäht wird.
Grabher, M. (1992): Bestandserhebung von
Flora und Vege- tation der Rheindämme als Grundlage für
einen Pflegeplan. - Im Auftrag der Vorarlberger Landschaftspflegefonds.
Kopf, T. & Schiestl, F. (2000): Wildbienen (Hymenoptera, Apoidea)
an Hochwasserdämmen des Vorarlberger Rheintals (Austria). -
Vorarlberger Naturschau 8: 63-96.
Lutz, S. (2000): Durchwurzelungsverhältnisse
verschieden bewirtschafteter Flächen an den Rheindämmen.
- Rheticus 22: 159-164.
UMG Umweltbüro Grabher & wpa Beratende Ingenieure (2004): Auswirkung
der Bewirtschaftung und der boden- kundlichen Verhältnisse auf
die Böschungs-Grasnarbensta- bilität der Rheindämme.
Phase I: Einfluss der Bewirtschaft- ung und der Standorteigenschaften auf die
Durchwurzelung des Bodens. - Im Auftrag der Internationalen Rheinregulier- ung.
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