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Angst vor Neuem verkürzt Lebenserwartung
 
 

umg.info 2003

Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung

Angst vor Neuem verkürzt Lebenserwartung
Auch beim Menschen?

Tiere mit einer angeborenen Angst vor Neuem haben höhere Werte bei Stresshormonen und sterben deutlich früher als ihre mutigeren Verwandten. Eine Studie der University of Chicago zeigt, dass lebenslange Furcht einen deutlichen gesund- heitlichen Tribut fordert. Es ist nicht bekannt, ob auch beim Menschen ein Zusammenhang zwischen Neophobie und Lebenserwartung besteht. Die Studie wurde in den Proceed- ings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.
Bereits kurz nach der Geburt zeigen Ratten wie Menschen und viele andere Arten eine Reihe von Reaktionen auf Unbe- kanntes. Die Bandbreite reicht von lähmender Furchtsamkeit bis zu bereitwilliger Erforschung. Um die Auswirkungen genetischer Einflüsse zu minimieren, wurden zwischen den tapferen und den furchtsamen Ratten Brüderpaare aus 14 verschiedenen Würfen ausgewählt. Nach einer neuen Erfahrung verfügten die furchtsamen Tiere über 20 Prozent höhere Spiegel des Stresshormons Korticosteron. Die ängst- lichen Tiere lebten durchschnittlich nur 599 Tage, die mutigen durchschnittlich 102 Tage länger. Das Forscherteam geht davon aus, dass die ängstlichen Ratten zu jedem Zeitpunkt ihres Lebens ein um 60 Prozent erhöhtes Sterberisiko hatten (pte).