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15 Jahre Tschernobyl belasten Gesundheit nachhaltig
 
 

umg.info 2001

Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung

15 Jahre Tschernobyl belasten Gesundheit nachhaltig
2.000 Fälle von Schilddrüsenkrebs gehen auf Rechnung der radiaktiven Katastrophe

Rund 2000 Fälle von Schilddrüsenkrebs in der Ukraine werden mit der Katastrophe von Tschernobyl vor 15 Jahren in Verbindung gebracht. Die Zahl steigt weiter an. "Vier Jahre nach dem Unfall erreichte die Krebshäufigkeit bei Kindern, die dem radioaktiven Niederschlag ausgesetzt waren, ihren Höhepunkt", erklärte Dillwyn Williams vom Strangeways Research Laboratory der Cambridge Universität auf der European Cancer Conference ECCO 11. Neue Fälle treten auch heute noch bei jenen Ukrainern auf, die 1986 Kinder waren.
 
"Ein erhöhtes Risiko, Schilddrüsenkrebs zu entwickeln, bleibt nach einer radioaktiven Bestrahlung lebenslang bestehen", erklärte Elaine Ron vom US-National Cancer Institute. Es gebe einige Anzeichen dafür, dass das Risiko 15 bis 19 Jahre nach dem Kontakt am größten ist. Externe Strahlung ist die einzig fundiert begründete Ursache für die Entwicklung von Schild-
drüsenkrebs.
Laut einem UN-Bericht waren rund fünf Millionen Menschen der ehemaligen Sowjetunion der Strahlung direkt oder damit in Zusammenhang stehenden gesundheitlichen Risiken aus-
gesetzt. 31 Menschen starben unmittelbar nach der Katastrophe. Hunderttausende haben dem Bericht zufolge nach dem Unfall die im höchsten Maß verseuchten Städte und Siedlungen im Umkreis von 30 Kilometern verlassen.
Victor Chizhikov vom Cancer Research Center in Moskau betonte, dass sich das Krebsrisiko nicht nur auf die Schilddrüse beschränkt. Eine Studie an 43 ehemaligen Reinigungsarbeitern habe ein signifikant erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Lungenkrebs ergeben. Grund dafür sei die Einatmung radioaktiven Staubs in die Lunge (pte, Oktober 01).