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Medizin-Zeitschriften verschärfen Publikations-Richtlinien
 
 

umg.info 2001

Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung

Medizin-Zeitschriften verschärfen Publikations-Richtlinien
Studien müssen Unabhängigkeit nachweisen

Die Sicherheit der Patienten ist bedroht, da wirtschaftliche Interessen dazu führen, dass die Ergebnisse von Medi-
kamententests verdreht werden. Diese Anschuldigung haben elf führende medizinische Zeitschriften wie The Lancet, das British Medical Journal, das Canadian Medical Association Journal und das Journal of the American Medical Association erhoben. Das International Committee of Medical Journal Editors (ICMJE) hat jetzt seine Richtlinien für die Publikationen von wissenschaftlichen Arbeiten verschärft. Das Komitee droht, zum Schutz der Patienten nur noch Tests zu veröffentlichen, deren Unabhängigkeit nachgewiesen werden kann.
 
Wie die BBC berichtet, soll in machen Fällen der Nutzen neuer Medikamente hochgespielt und die Nebenwirkungen ver-
schwiegen worden sein. Neun von zehn Kritikern erklärten, sie hätten Studien erhalten, die einseitig die Vorteile von Medikamenten betonten. Die Hälfte dieser wissenschaftlichen Arbeiten habe man abweisen müssen. Bei anderen Texten war es notwendig, sie vor der Veröffentlichung entsprechend umzuschreiben. Richard Horton, der Herausgeber von The Lancet, erklärte, dass alle Unterzeichnenden Fälle erlebt hätten, in denen finanzielle Interessen vor dem Wohl der Patienten standen.
 
Das Komitee sei sich dessen bewusst, dass klinische Studien teuer seien und daher eine Finanzierung durch die Pharma-
industrie notwendig, so Horton. Entscheidend sei jedoch, dass die beteiligten Unternehmen nur die zweite Geige spielten. In Zukunft sollen daher keine Studien mehr veröffentlicht werden, die dem Sponsor die alleinige Kontrolle über die Daten oder ein Zurückhalten der Veröffentlichung ermöglichen. Die Details des Aufrufes: http://www.eurekalert.org/pub_releases/2001-09/bmj-
coc090701.php
(pte, September 01).