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Artenmix im Panama-Kanal
 
 

umg.info 2004

Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung

Artenmix im Panama-Kanal
Erstaunliche Artenvielfalt der Fische trotz Bio-Invasoren

90 Jahre nach der Eröffnung des Panama-Kanals haben kanadische Forscher nun die ökologischen Auswirkungen der Mischung verschiedener Fischarten untersucht: Zur großen Überraschung hat die Vereinigung der beiden Flüsse Rio Chagres und Rio Grande aber keine Spezies aussterben lassen, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature.
Als der Panama-Kanal 1914 eröffnet wurde, sind etliche Fischarten in Gebiete vorgedrungen, in denen andere bisher isolierte Arten lebten. Nach den Untersuchungen von Scott Smith von der McGill Universität in Montreal leben in der Zwischenzeit in beiden Flusssystemen neue Arten, aber offensichtlich ist entgegen allen Befürchtungen keine Art aus- gestorben.
Demnach gibt es im Rio Grande fünf Süßwasserfisch-Arten, die zuvor nur im Rio Chagres lebten, umgekehrt leben nun im Rio Chagres drei Spezies, die nur im Rio Grande vorkamen. Das heißt, dass die Artenzahl in beiden Gewässern gestiegen ist. Wären Fische ausgestorben, wäre das in den vergangenen 90 Jahren vermutlich längst passiert, da dies normalerweise in einer Zeitskala von zehn bis 100 Generationen erfolgt.
Dass Bioinvasoren derart harmlos sind, kommt eher selten vor. Eine Reihe ähnlicher Untersuchungen hat ergeben, dass Bioinvasoren den ursprünglichen Artenbestand verändern. Besonders dann, wenn der Invasor in der Nahrungskette als Räuber ganz oben steht. Dies zeigt das Beispiel des Nil- Barsches (Lates niloticus), der im ostafrikanischen Viktoria-See in den 50er Jahren eingesetzt wurde und in kurzer Zeit mehr als 200 Fischarten ausgerottet hat (pte).