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Aspirin und Krebs
 
 

umg.info 2003

Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung

Aspirin und Krebs
Wirksam gegen Tumore?

Acetylsalicylsäure (ASS), auch bekannt unter dem Namen Aspirin, könnte eine neue Wunderwaffe gegen verschiedene Tumore werden. Davon zeigen sich Wissenschaftler des Institute of Cancer Research in London überzeugt, berichtet BBC-Online.
Die Forscher haben die Ergebnisse einer Studie in Nature veröffentlicht, bei der Patienten untersucht wurden, die an der seltenen Erkrankung namens Turban-Tumor-Syndrom (Cylindromatosis) litten. Diese Krebserkrankung verursacht große pilzartige Auswüchse, die aus dem Kopf und anderen behaarten Stellen am Körper wachsen. Obwohl die Tumore zunächst gutartig sind, können sie zu verheerenden Verun-
staltungen führen und danach zu lebensgefährlichen Tumoren werden. Nach Angaben der Forscher ist die Entstehung des Syndroms genetisch bedingt. "Der Körper dieser Patienten reagiert nicht auf Entzündungshemmungen, die zu einer Verhinderung der Gewebeveränderung beitragen würde", so Alan Alsworth vom Institute of Cancer Research. "Ein Schlüssel- molekül namens NF-kappaB, das für die Ausbreitung der Wucherungen sorgt, kann bei diesen Patienten offensichtlich nicht unter Kontrolle gehalten werden", führt der Experte aus. Dieses Molekül spiele aber auch bei anderen Krebserkrank- ungen wie einigen Brustkrebsarten eine zentrale Rolle. "Wir wissen, dass Entzündungen eine Schlüsselrolle bei manchen Krebserkrankungen spielen, daher werden auch einfache Entzündungshemmer als Therapeutika untersucht", so der Experte. Das könnte Aspirin auch in der Krebstherapie zu einem neuen Favoriten werden lassen.

1828 extrahierte J. A. Buchner aus der Weidenrinde eine gelbliche, kristalline Masse, die er Salicin nannte. Zehn Jahre später veränderte ein Chemiker die Substanz zu Salicylsäure, 1874 begann die industrielle Herstellung. Die Kosten für das Medikament betrugen nur ein Zehntel im Vergleich zu dem aufwendig aus der Weidenrinde gewonnenen Produkt (pte).