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umg.info 2001 |
Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung |
Nur Zecken-Nymphen übertragen Borreliose
Untersuchungen zur Antibiotika-Prophylaxe
Bei einer umfangreichen Studie in den Wäldern zwischen New
York und Boston haben US-Wissenschaftler festgestellt, dass Borreliose
ausschließlich durch den Biss der Zecken-Nympfen übertragen
wird. Wie die so genannte "Tick Bite Study Group" um den
Infektologen Robert Nadelman im New England Journal of Medicine
schreibt, trat die Borreliose nicht nach dem Stich einer erwachsenen
Zecke oder einer Zeckenlarve auf. Die Untersuchung wurde wegen ihrer
Wichtigkeit vorab veröffentlicht. Wie die Wissenschaftler schreiben,
war das Risiko zu erkranken am größten, wenn eine Nymphe
drei Tage lang unbemerkt Blut abgezapft hatte. Jede vierte Nymphe
übertrug dabei den Erreger. Nymphen, die aber rechtzeitig erkannt
wurden und nicht genügend Zeit zum Blutsaugen gehabt hatten,
übertrugen die Borreliose nicht.
Die Forscher wollten mit der Studie an 482 Patienten mit frischen
Zeckenstichen untersuchen, ob Borreliose durch die prophylaktische
Gabe von Antibiotika verhindert werden kann. Der prophylaktische
Antibiotikaeinsatz bei Zeckenbissen ist heftig umstritten. Im Fachmagazin
Infectious Diseases Society of America und im New England Journal
of Medicine wurde erst kürzlich wurde von einer Routinebehandlung
mit Antibiotika abgeraten.
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In der jetzt veröffentlichten Studie wurden die von der Haut
entfernten Zecken nach Art, Entwicklungstand und Geschlecht bestimmt.
Eine Hälfte der Patienten erhielt anschließend das Antibiotikum
Doxycyclin, die andere Hälfte bekam ein Placebo. In der Gruppe,
die innerhalb von 72 Stunden das Antibiotikum Doxycyclin erhalten
hatten, erkrankte nur ein Patient an Borreliose, in der Placebo-Gruppe
dagegen acht. Doxycyclin beugt einer Erkrankung also vor. Nachteil
der Behandlung seien jedoch Nebenwirkungen wie Übelkeit, Bauchschmerzen
und Erbrechen gewesen.
Deutschland und Österreich zählen neben Slowenien und
Schweden zu den Ländern mit den höchsten Infektionsraten
in Europa. Da in Europa andere Borreliose-Stämme vorkommen,
könnten die amerikanischen Forschungsergebnisse nicht auf Europa
zutreffen. Borreliose ist erstmals vor 25 Jahren im amerikanischen
Ostküsten-Städtchen Lyme aufgetreten (pte, Juni 01).
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