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umg.info 2005 |
Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung |
Belebung einer alten Heilpraxis
Renaissance der Blutegel in der Medizin
Bisher erfolgreich in der plastischen Chirurgie verwendet, werden Blutegel nun auch für die Behandlung von arthritischen und rheumatischen Beschwerden genützt. Aktuelle Studien mit Arthrose-Patienten zeigen, dass mit Hilfe von Blutegeln die Schmerzen deutlich gelindert und die Beweglichkeit verbessert werden kann. Wie dieser Effekt zu Stande kommt, ist noch unklar. Wahrscheinlich ist eines der unzähligen Proteine im Speichel der Blutegel, den die Tiere injizieren, für den heil- enden Effekt verantwortlich. Forscher suchen jetzt nach der therapeutischen Substanz in der Hoffnung, diese künftig synthetisch herzustellen. Schon lange bekannt ist das Hirudin, das bereits vor über 100 Jahren entdeckt wurde und als die Gerinnung hemmendes Medikament eingesetzt wird.
Bereits die Ägypter verwendeten Blutegel, wie Darstellungen in Grabkammern beweisen. Auch den Römer war die medizinische Wirkung bekannt. In Europa wurden die Tiere im 19. Jahr- hundert gegen viele Leiden verwendet. Mit der modernen Medizin gerieten die Egel in Vergessenheit, bis sie in den 1960er Jahren wiederentdeckt und erstmals in der Chirurgie eingesetzt wurden.
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Heute ist die Produktion von Blutegeln ein großes Geschäft. Die Firma Biopharm in Walse züchtet 70.000 Blutegel pro Jahr. Auch in Deutschland und Österreich kann man Blutegel für medizinische Zwecke kaufen. Die Firma ZAUG in Biebertal nimmt sogar „gebrauchte“ Egel zurück (umg 08.2005).
Pichler, H. (2004): Stuck on you. Nature 432 (4): 10-11 |
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