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Wasserhyazinthen ruinieren tropische Binnengewässer
 
 

umg.info 2003

Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung

Wasserhyazinthen ruinieren tropische Binnengewässer
Biologische Kontrolle durch Rüsselkäfer

Zwei Arten von Rüsselkäfern haben dem westafrikanischen Staat Benin mindestens 260 Mio. Dollar in den kommenden Jahren erspart. Die Käfer sind erfolgreich im Kampf gegen die Wasserhyazinthen, die sich ohne Ende über das gesamte Binnengewässer Afrikas ausbreiten und dort zu einer wirt- schaftlichen und ökologischen Katastrophe führen, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist.
Die Hyazinthen behindern die Schifffahrt, töten die Fische der Seen und vernichten die gesamte Ökologie der Binnenge- wässer. Vor knapp 100 Jahren wurden die hübschen Wasser- pflanzen aus Brasilien nach Afrika gebracht, in erster Linie zur Dekoration der Wassergärten. Was sich wie eine romantische Geschichte anhört, wurde zu einer Katatastrophe: ohne natürliche Feinde begannen die Hyazinthen zu wuchern. In der Zwischenzeit sind die Invasoren bereits in mehr als 50 trop- ischen Ländern heimisch geworden.
Verschiedene Methoden wurden angewandt, um Herr über die wuchernden Pflanzen zu werden. Die Lösung des Problems waren die zwei Rüsselkäfer Neochetina eichhorniae und N. bruchi. Die beiden Käfer fressen ausschließlich Hyazinthen und wurden erstmals im Sudan ausgesetzt. Nach ersten Angaben verläuft das Projekt, das 1991 und 1993 begonnen hat, zu- friedenstellend. In den kommenden 20 Jahren werden die Nutzen der Eindämmung der Pflanzen die getätigten Inves- titionen um den Faktor 120 übersteigen (pte).