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umg.info 2004 |
Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung |
Europäer wachsen Amerikanern über den Kopf
Größe erlaubt Rückschlüsse auf sozioökonomische
Ent- wicklung
Mehr als 250.000 untersuchte Personen über einen Zeitraum
von 200 Jahren scheinen zu bestätigen, dass die Europäer
die US-Amerikaner beim Größenwachstum einholen. In der
Zeit um 1800 waren die Holländer um durchschnittlich 7,6 Zentimeter
kleiner als die Amerikaner. Heute sind die Holländer um genau
den gleichen Wert größer als die Bewohner jenseits des
Großen Teiches.
John Komlos vom Institut für Wirtschaftsgeschichte der Universität München
hat in seiner Studie die Größenver- hältnisse von
verschiedenen Bevölkerungsgruppen aus verschiedenen Epochen
mit den Zahlen heutiger Europäer verglichen. Zur Zeit der amerikanischen
Unabhängigkeitskriege 1775 war der durchschnittliche Amerikaner
1,75 Meter groß und damit etwa fünf Zentimeter größer
als der durchschnitt- liche Brite. Heute jedoch sind die Briten mit
1,77 Meter um durchschnittlich einen Zentimeter größer
als die Amerikander. Die Niederländer sind den Amerikanern
mit einer Durchschnitt- sgröße von 1,85 Metern noch weiter
überlegen.
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Komlos zieht daraus deutliche Rückschlüsse auf die Wohlfahrt
und den sozialen Status einer Nation. "Dass die Niederländer
groß gewachsen sind, liegt daran, dass das Land das wahr- scheinlich
beste Gesundheitsnetz vor und nach der Geburt aufweist", so
Komlos. Im Gegensatz dazu haben rund 40 Mio. Amerikaner gar keine
Sozialversicherung. Um genauere Rückschlüsse zu ziehen,
müssten weitere Untersuchungen durchgeführt werden, meint
der Fachmann, der jedoch der Ansicht ist, dass die Körpergröße
sehr wohl Rückschlüsse auf soziale, ökonomische und
medizinische Faktoren erlaube (pte).
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