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umg.info 2001 |
Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung |
Naht das Ende der Amphibien?
Massives Sterben von Fröschen und Kröten weltweit
Mehr als 20 verschiedene Amphibien-Arten Nordamerikas sind in der
vergangenen Dekade ausgestorben. Wissenschaftler in aller Welt beschäftigen
sich mit der genauen Frage, warum die Lurche und Froschtiere so
massiv vom Aussterben bedroht sind. Das Wissenschaftsmagazin Nature
berichtet über das Verschwinden der Amphibien.
"Amphibien sterben aufgrund der klimatischen Veränderungen
auf der Erde. Kleinere Teiche sind durch die Erwärmung seichter
geworden, die kleinen Embryos sind dadurch stärker dem Sonnenlicht
ausgesetzt. Das macht die Tiere empfindlicher gegen Krankheiten",
erklärt Joseph Kiesecker von der Pennsylvania State University.
Kieseckers Team hat das Brutverhalten der Kröte Bufo Boreas
in den Cascade Mountains in Oregon untersucht und festgestellt,
dass ultraviolettes Licht dem Wachstum der Embryos schadet und zu
einer rapiden Zunahme von Pilzerkrankungen der Tiere führt.
Die Über- lebensrate der Tiere, die in Gewässern lebten,
die tiefer als 50 cm waren, war wesentlich höher.
Der heftige El Nino-Effekt, der den Kreislauf der Winternieder- schläge
und die Schneelage bestimmt, habe das Leben der Amphibien wesentlich
beeinflusst, so der Forscher. "Aber auch global gesehen geht
es den Amphibien durch schrumpfende Lebensräume und massive
Umweltverschmutzung an den Kragen", meint Kiesecker. Pilzerkrankungen
haben riesige Froschpopulationen in Australien vernichtet. Auch
der amerikanische Wissenschaftler Tim Halliday, der internationaler
Direktor der Declining Amphibian Populations Task Force ist, befürchtet,
dass Frösche und Lurche bald gänzlich von der Erde verschwunden
sein werden. "Wir beschäftigen uns mit so enormen Prozessen,
dass ich kaum Auswege sehe, diese innerhalb weniger Jahre rückgängig
zu machen."
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In Frankreich fürchten Umweltschützer hingegen eine
Invasion amerikanischer Ochsenfrösche, die ohne natürliche
Fressfeinde alle Teiche, Tümpel und Seen leer fressen. Ochsenfrösche
werden bis zu zwei Kilo schwer. An der Atlantik-Küste bei Bordeaux
hat der Froschforscher Christophe Coic rund 5.000 Ochsenfrosch-Männchen
gezählt. Nun soll die Jagd auf die Bio-Invasoren freigegeben
werden. Für Gourmets dürfte das interessant sein, da die
Ochsenfrösche Lieferanten der be- gehrten Froschschenkel sind
(pte, 8. April 01).
Weitere Informationen http://www.open.ac.uk/daptf
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