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Nebelwälder gefährdet
 
 

umg.info 2004

Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung

Nebelwälder gefährdet
Wissenschaftler warnen vor Problemen in der Wasserver- sorgung

Nebelwälder zählen zu den am stärksten bedrohten Lebens- räumen weltweit. Die Warnung kommt vom Treffen des World Conservation Monitoring Centre. Dabei sind Nebelwälder nicht nur Lebensraum für tausende seltener Tiere und Pflanzen, sondern auch notwendig für die Trinkwasser-Versorgung von Millionen von Menschen.
Nach Satellitendaten umfassen diese Wälder rund 400.000 Quadratkilometer, dh 2,5 Prozent der Gesamtfläche aller tropischen Regenwälder. 60 Prozent der Nebelwälder befinden sich in Asien, etwa 25 Prozent in Lateinamerika und die rest- lichen 15 Prozent in Afrika. Die meisten Nebelwälder entwickel- ten sich in Höhenlagen zwischen 2.000 und 3.000 Metern, in manchen Küstenregionen auch nur in Höhenlagen von 500 Metern. Zu den typischen Nebelwäldern zählt etwa der La Tigra National Park in Honduras, der mehr als 40 Prozent der 850.000 Bewohner der Hauptstadt Tegucigalpa mit Trink- wasser versorgt. Die Nebelwälder bilden auch Genpools für Nutzpflanzen, da zahlreiche Wildformen von Nahrungspflanzen in diesen Habitaten heimisch sind.
Gefährdungsfaktoren sind Landwirtschaft, illegaler Holzein- schlag, Feuer, Straßenbau und die Einführung artfremder Arten. Nach Angaben der Experten stellt aber die Klima- änderung die größte Bedrohung dar. Einzigartig in diesen Wäldern ist die Tatsache, dass sie die Feuchtigkeit durch Kondensation der Wolken halten können. Wenn die Temp- eraturen um nur ein Grad in den Niederungen steigen, be- deutet das einen Temperaturanstieg um zwei Grad in den Wäldern. Dadurch steigen die Wolken auf und der Wald trocknet aus (pte).