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umg.info 2001 |
Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung |
Globale Erwärmung zerstört "ökologische
Feinabstimmung"
Forscher untersuchen Interaktion zwischen Pflanzen und Tieren
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London
(pte, 11. Februar 01) - Extreme Auswirkungen der globalen Klimaveränderung
auf Insekten und deren Entwicklung konnte der Wissenschaftler Marcel
Visser vom Niederländischen Insitut für Ökologie
nachweisen. Ökologische Beziehungen, wie sie in der Natur sehr
häufig vorkommen, werden durch Temperaturveränderungen
empfindlich gestört. Die Ergebnisse seiner Studie sind in der
jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazin Nature
veröffentlicht.
"Fein abgestimmte Gleichgewichte, wie etwa das Verhalten
von Bienen und Pflanzen, werden als Konsequenz der globalen Erwärmung
gestört", so Visser. Wenn Forscher genauer auf diese Zusammenhänge
achten, werden sie einige Beispiele entdecken können. "In
den vergangenen 25 Jahren hat die Temperatur im Frühling stetig
zugenommen, aber die kalten Tage im Winter sind nicht mehr geworden."
Die Verschiebung der Temperatur hat zum Beispiel das Leben des Frostspanners
Operophtera brumata (Foto) und Eichen verändert. Für beide
Lebewesen signalisiert die Temperatur einen bestimmten Abschnitt
ihres Lebens: die Spinner schlüpfen als Raupen, wenn die Bäume
bereits Blätter tragen. Denn die Raupen überleben nur
maximal drei Tage ohne Nahrungsaufnahme.
Der schlimmste Fall war das Schlüpfen der Raupe drei Wochen
vor der Blattentwicklung der Eichen. "Würde die Temperatur
gleichmäßig steigen, dann würde der Lebenszyklus
von beiden Lebewesen gleichmäßig verändert. Doch
das Muster der globalen Erwärmung äußert sich an
verschiedenen Plätzen der Erde anders", so der Wissenschaftler.
"Das Schicksal der Raupen hat aber auf das gesamte Öko-System
des Waldes Auswirkungen." Weniger Raupen bedeutet, dass die
Singvögel weniger Nahrung haben, weniger Singvögel bedeuten
weniger Nahrung für Habichte und Wiesel. Andere Raupen entwickeln
sich bei wärmeren Temperaturen besser und schneller, können
jedoch nicht schnell genug von ihren Feinden gefressen werden.
"Wir kratzen bisher nur an der Oberfläche bei den Auswirkungen
durch den Klimawechsel", sagt Humphrey Crick, Forscher des
British Trust for Ornithology.
In Großbritannien haben die Forscher entdeckt, dass die Vögel
bereits früher mit dem Eierlegen beginnen. Umgekehrt konnten
die holländischen Forscher das bei ihren heimischen Vogel-Spezies
nicht beobachten. "Das legt Nahe, dass das Netz voneinander
abhängiger Raubtiere aus dem Gleichgewicht geraten kann, weil
die Evolution mit dem Klimawechsel nicht Schritt halten kann",
so Vessel.
Natürlich habe es in der Geschichte der Erde immer wieder Klimaveränderungen
gegeben, doch wahrscheinlich nicht innerhalb so weniger Jahre, meint
der australische Forscher Lesley Hughes von der Macquarie-Universität
in Sydney,
der die Interaktion Pflanzen - Tiere und die Auswirkungen der Klimaveränderungen
untersucht. Er sehe daher eine evolutionäre Anpassung als unwahrscheinlich,
da die Zeit dafür zu kurz sei.
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