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Nordsee: Klimawandel und Bioinvasoren
 
 

umg.info 2005

Akutelles aus Wisssenschaft und Forschung

Nordsee: Klimawandel und Bioinvasoren
Bremer Forscher entdecken weitreichende ökologische Veränderungen

Nach Wissenschaftlern des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung befindet sich die Nordsee in einem rasanten Wandel. Zurückzuführen ist dies auf die Ein- schleppung gebietsfremder Arten und den globalen Klima- wandel, berichtet das Alfred-Wegener-Institut (AWI).
Seit 1962 untersuchen Forscher der Biologischen Anstalt Helgoland die Nordsee. Die Daten belegen den Anstieg der Wassertemperatur von 1,1 Grad in den vergangenen 40 Jahren, bei gleichzeitigem leichtem Anstieg des Salzgehalts. Meereisbildung bei Helgoland, ein Phänomen das bis in die 1940er Jahre im Mittel etwa alle zehn Jahre auftrat, wurde in den vergangenen 60 Jahren nur ein einziges Mal beobachtet. Auch das Artenspektrum hat sich verändert. Erstmalig konnte für die Nordsee eine mit dem Temperaturtrend gekoppelte Veränderung der Kieselalgenblüte nachgewiesen werden. Kieselalgen sind die Basis des Nahrungsnetzes im Meer.
Hummer und Kabeljau sind seltener geworden, andere Arten, etwa verschiedene Algen und die europäische Auster, verschwanden ganz. Dagegen nahmen Arten wie der Taschenkrebs in ihren Beständen zu oder traten neu auf. Die Mehrzahl der in den vergangenen 15 Jahren neu aufge- tretenen Arten stammt aus südlicheren Teilen des Atlantiks. Durch den Temperaturanstieg können sie nun auch weiter im Norden leben (pte).