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umg.info 2004 |
Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung |
Mysteriöses Geiersterben aufgeklärt
Schmerzstiller für Haustiere gefährdet Greifvögel
Neue veterinärmedizinische Präparate können mitunter
auf das gesamte Ökosystem nachhaltige Wirkungen haben. Ein
schmerzstillendes Medikament für Rinder ist nach Angaben von
US-Forschern für das Massensterben von Geiern am indischen
Subkontinent verantwortlich, berichtet das Wissenschafts- magazin
New Scientist.
In den vergangenen zehn Jahren sind die Bestände der Greifvögel
um mehr als 95 Prozent zurück- gegangen.
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Lindsay Oaks, Veterinär-Mikrobiologin von der Washington State
University in Pullman,
hat die Ursachen für das Verschwinden der Tiere entdeckt. Das
Medikament Diclofenac, das für bei der Aufzucht von Rindern
eingesetzt wird, verur- sacht bei Greifvögeln Nierenversagen
und anschließend den Tod. Geier, die verendete Tiere fraßen,
sind danach gestorben. "Es ist der erste erwiesene Fall in
der Geschichte, dass ein pharmazeutisches Produkt eine ökologische
Katastrophe in einem so großen Gebiet anrichtet", berichtet
Oaks in Nature. Geier erfüllen im ökologischen Kreislauf
eine wichtige Funktion. "Seit Jahrtausenden erfüllen Geier
die Aufgaben einer bio- logischen Gesundheitspolizei", erklärt
Munir Virani, Biologe vom amerikanischen Peregrine Fund,
der an der Aufklärung der Ursachen für den Massensterben
beteiligt war. In vielen Regionen werden verendete Haustiere einfach
den Geiern überlassen. Nach ersten Schätzungen der britischen
Royal Society for the Protection of Birds sind in den vergangenen
zehn Jahren mehrere zehn Mio. Geier verendet. Drei Geierarten sind
am gesamten indischen Subkontinent stark gefährdet.
Das Medikament Diclofenac ist auch in der Humanmedizin (unter anderem
auch im Medikament Voltaren enthalten) als Entzündungshemmer
und Schmerzmittel in Verwendung. Die Essigsäureverbindung wird
seit einigen Jahren in Asien bei Haustieren eingesetzt.
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