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umg.info 2001 |
Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung |
Ein Sechstel der Weltbevölkerung durch Verwüstung
bedroht
22 Mio. Umweltflüchtlinge durch Bodenverarmung
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Bonn (pte, 4. Jänner 01) - Der Eingriff des Menschen in die
Natur drohen das natürliche Gleichgewicht nachhaltig zu zer- stören,
wie am Rande der UNO-Wüstenkonferenz in Bonn ist bekannt wurde.
Über Peking toben zur Zeit etwa viermal so viele Sandstürme
wie noch vor 50 Jahren. Diese laden über Chinas zehn Millionen-Metropole
jährlich eine Mio. Tonnen Sand ab. Hauptursache dafür
sind der sinkende Trinkwasserspiegel von vier Metern pro Jahr in
Nordchina und das Abholzen der Wälder. In Summe sind ein Sechstel
(fast eine Mrd.) der Welt- bevölkerung von Verwüstungen
bedroht.
Die Wüste Gobi ist inzwischen bis auf 100 Kilometer an Peking
herangerückt. In Zentralafrika sind in den letzten 20 Jahre
rund 700.000 Quadratmeter zusätzliche Wüste entstanden.
Alle zehn Tage soll sich in Afrika eine Bodenfläche von der
Größe Berlins aus fruchtbarem Acker Boden in Wüste
um- wandeln. In Europa drohen zwölf Prozent der Fläche in
den nächsten Jahrzehnten zu verwüsten. "Das heißt,
dass die momentane Wüstenbedrohung in einigen Ländern
auf lange Sicht Auswirkung auf die meisten Länder der Erde
haben wird", erklärte Klaus Töpfer, EcexutiveDirector
des UN-Environment Programme (UNEP).
Die verstärkte Wüstenbildung führe zu unfruchtbaren
Böden, die eine Landflucht zur Folge habe, so Töpfer.
"Derzeit gibt es weltweit rund 22 Mio. Umwelt- flüchtlinge,
allein in Afrika leben 40 Prozent der Bevölkerung in Trockengebieten,
ähnliche Zahlen weisen Südamerika und Asien auf."
Sollte nicht rasch durch Klimaschutz, Wieder- aufforstung und Wasserschutz-Technologien
umgesteuert werden, müsse man zwangsläufig mit Kriegen
um Boden, Wasser und Energie rechnen. Industriestaaten sind aufgefordert,
notwendige Projekte zu finanzieren, hieß es dazu in Bonn.
"Die enge Beziehung zwischen Welthandel, landwirtschaftlichen
Rohstoffen
und Bodenverschlechterung demonstrieren eindeutig den globalen Charakter
des Problems", erörterte Töpfer.
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